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Zentralfriedhof Wien

Österreich - Wien

Zentralfriedhof - Allee vom Haupteingang (2. Tor) zur Karl-Borromäus-Kirche





Überblick

Österreich - Wien

Zentralfriedhof - Grab auf dem Jüdischen Friedhof - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Invigigoth67 - Lizenz s.u.



Der Wiener Zentralfriedhof wurde bereits im Jahr 1874 eröffnet und zählt mit einer Fläche von fast 2,5 Quadratkilometern und rund 330.000 Grabstellen zu den größten Friedhofsanlagen Europas. Er gehört aufgrund seiner vielen Ehrengräber, der Jugendstil-Bauwerke und des weitläufigen Areals zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt Wien. Zu erreichen ist der Friedhof am schnellsten mit der Stadtbahn, die an allen vier Toren des Friedhofs an der Simmeringer Hauptstraße hält. Im Westen des Geländes befindet sich ein bemerkenswert gut erhaltener, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gut restaurierter jüdischer Friedhof.

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Plan des Friedhofs am Tor 2


Die Auswirkungen der josephinischen Begräbnisordnung hatten dazu geführt, dass keine Bestattungen mehr innerhalb der Stadt Wien durchgeführt werden durften. Vorhandene Friedhöfe mussten aufgelassen werden. Weit vor den Toren der Stadt wurden neue Friedhöfe angelegt, die aber nach einer gewissen Zeit wieder zu klein wurden. Dann wurde der Zentralfriedhof eröffnet, blieb aber lange Zeit unbeliebt bei der Wiener Bevölkerung. Der Magistrat der Stadt entschloss sich dann, die Attraktivität dieses Friedhofs zu steigern, indem man Ehrengräber anlegte. Dazu wurden die Leichname von z.B. Ludwig van Beethoven und Franz Schubert umgebettet und hier bestattet.


Ehrengräber

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Denkmal von Wolfgang Amadeus Mozart auf dem Zentralfriedhof - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


Später kamen Gebäude hinzu wie z.B. die Karl-Borromäus-Kirche, die zur weiteren Attraktivität des Friehofs beitrugen. Bei dem Grab auf dem nebenstehenden Foto auf dem Wiener Zentralfriedhof (Foto rechts) handelt es sich um ein Grabdenkmal zu Ehren Mozarts, und nicht um die wirkliche Ruhestätte des Komponisten. Bekanntlich wurde der Komponist in einem Schachtgrab auf dem St. Marxer Friedhof beigesetzt. Dieses Vorgehen war zu der damaligen Zeit die kostengünstigste Beerdigung. Mit der Einsegnung des Leichnams Mozart in einer Kapelle des Wiener Stephandoms, an dem seine Verwandten teilnahmen, war die Beerdigungszeremonie beendet. Mit der Eröffnung des Wiener Zentralfriedhofs 1874 wurde der St. Marxer Friedhof geschlossen und das Grab des Komponisten geriet im Laufe der Zeit in Vergessenheit.


Geschichte

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Zentralfriedhof - Alte Arkaden


Die 1784 von Kaiser Joseph II. verfügten „Josephinischen Reformen“ hatten nachhaltige Auswirkungen auf das Wiener Bestattungswesen. Friedhöfe innerhalb des Linienwalls, was dem heutigen Gürtel entspricht, mussten aufgelassen werden. Stattdessen wurden fünf „Communale Friedhöfe“ außerhalb der Linien errichtet, der Sankt Marxer Friedhof, der Hundsturmer Friedhof, der Matzleinsdorfer Friedhof, der Währinger Friedhof und der Schmelzer Friedhof. Darüber hinaus sollten die Bestattungen selbst möglichst sparsam und funktionell gestaltet werden, Schachtgräber und mehrfach verwendbare Klappsärge sind nur zwei Beispiele für diese kaiserlich verordneten Sparmaßnahmen.


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Zentralfriedhof - Grab von Popstar Falco


Einige dieser Reformen mussten aufgrund zu großen Widerstands in der Bevölkerung wieder zurückgenommen werden, das Prinzip der aus der Stadt verbannten, „communalen Friedhöfe“ blieb jedoch erhalten. Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Einwohnerzahl Wiens – und somit auch die Zahl der Toten – stetig wuchs, war bereits abzusehen, dass die „communalen Friedhöfe“ in den Vororten an die Grenzen ihrer Auslastungskapazitäten stoßen würden. Außerdem gab es im Sinne einer expandierenden Stadtentwicklung das Bestreben, diese Friedhöfe möglichst bald aufzulassen. 1863 beschloss der Wiener Gemeinderat die Errichtung eines Zentralfriedhofs, weit außerhalb der Stadt, der so großflächig sein sollte, dass seine Aufnahmekapazitäten nie oder zumindest erst in ferner Zukunft ihre Grenzen erreichen sollten.


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Zentralfriedhof - Gruppe 40


Gleichzeitig wurde die bisherige alleinige Zuständigkeit der Kirche für Begräbnisstätten aufgehoben, damit war der Weg geebnet für einen von der Gemeinde verwalteten (und auch finanzierten) Friedhof. Die Entscheidung fiel letztlich zugunsten des Ortes Kaiserebersdorf. 1869 wurde vom Gemeinderat der Erwerb eines Grundstücks in Kaiserebersdorf und zweier kleiner Gründe in Simmering genehmigt. 1870 wurde eine Ausschreibung über die Gestaltung des Friedhofs durchgeführt, bei der die Entwürfe des Frankfurter Architektenteams Karl Jonas Mylius und Alfred Friedrich Bluntschli die Jury überzeugten, und nach nur drei Jahren Bauzeit (1871 bis 1874) war Wiens neue „Totenstadt“ errichtet [1].


Zeit des NS-Regimes

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Gräber auf dem alten jüdischen Friedhof - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


Das NS-Regime und der Zweite Weltkrieg gingen auch am Zentralfriedhof nicht spurlos vorüber. Im Zuge des Pogroms gegen die jüdische Bevölkerung in der so genannten Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurde die von Wilhelm Stiassny erbaute Zeremonienhalle in der alten Israelitischen Abteilung (1. Tor) von Nationalsozialisten gesprengt und jene in der neuen Israelitischen Abteilung (4. Tor, nach 1997 5. Tor genannt) verwüstet. Außerdem wurden in beiden Abteilungen zahlreiche Grabstätten beschädigt oder zerstört. In den Jahren 1938 bis 1945, zur Zeit des Nationalsozialismus in Österreich, wurden hunderte Widerstandskämpfer und Deserteure der Wehrmacht im Wiener Landesgericht hingerichtet und deren Leichen anschließend in Schachtgräbern auf dem Zentralfriedhof verscharrt.


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Wiener Zentralfriedhof, Friedhofstor 2, Haupttor,


Der Zentralfriedhof weist aufgrund seiner Größe beträchtliche Wegstrecken auf. Seine Hauptwege können deshalb gegen eine Gebühr auch mit dem Auto befahren werden. Weiterhin verkehrt die Buslinie 106 – Ringlinie Zentralfriedhof – halbstündlich auf dem Friedhof und ermöglicht so auch Nichtautofahrern den Besuch der Gräber ihrer Angehörigen. Der Wiener Zentralfriedhof in seiner heutigen Form besteht einerseits aus dem interkonfessionellen „Hauptfriedhof“, der jedem Verstorbenen, ungeachtet der Glaubensrichtung, als letzte Ruhestätte zur Verfügung steht, andererseits aus den verschiedenen konfessionellen Friedhöfen und Abteilungen. Der überwiegende Teil des Hauptfriedhofs besteht seit jeher aus katholischen Gräbern. Darüber hinaus bestehen mittlerweile Abteilungen und Friedhöfe folgender weiterer Konfessionen: buddhistisch; evangelisch; islamisch (alte, neue und islamisch-ägyptische Abteilung); jüdisch (alter und neuer Friedhof); orthodox (russisch, griechisch, rumänisch, etc.) und mormonisch.



Zentralfriedhof Friedhofsbus
Wiener Zentralfriedhof, Friedhofsbus . eingebunden über Wikimedia Commons

Informationen:

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Zentralfriedhof - Alte Arkaden


Der Zentralfriedhof in Wien befindet sich an der Simmeringer Hauptstraße und ist durch die S-Bahn (S7 - Tor 11) und die Stadtbahn (z.B. vom zentral gelegenen Karlsplatz) - Haltestelle Zentralfriedhof 2. Tor - gut zu erreichen. Jeweils in der Nähe am Tor 1 und Tor 2 befinden sich Restaurants/Cafe`s, wo man sich stärken und erfrischen kann.

Adresse:

Wiener Zentralfriedhof

Infopoint
Haupteingang: Tor 2
Simmeringer Hauptstr. 234
1110 Wien

Telefon: +43 (0)1 534 69 - 28405
Fax: +43 (0)1 534 69 - 28410

Öffnungszeiten:

03. November bis Ende Februar: von 08.00 bis 17.00 Uhr
März sowie von 01. Oktober bis 02. November: von 07.00 bis 18.00 Uhr
April bis September: von 7 bis 19 Uhr

Von Mai bis August ist der Friedhof jeden Donnerstag bis 20.00 Uhr geöffnet;

Die Nebentore werden aus organisatorischen Gründen bis zu einer Stunde später geöffnet beziehungsweise früher geschlossen!


St. Marxer Friedhof

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St. Marxer Friedhof - Eingangsbereich


Viele Jahre lag der St. Marxer Friedhof in völliger Abgeschiedenheit und drohte aufgegeben zu werden. Ein Wiener Heimatforscher setzte sich allerdings für seinen Fortbestand ein und so wurde in den Jahren 1936/37 die Friedhofsanlage erstmals instand gesetzt, unter Denkmalschutz gestellt und 1937 der Öffentlichkeit zum Besuch freigegeben. Zu den bekanntesten Grabstätten auf diesem Friedhof gehört das Grabdenkmal des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart und das Grab seines Freundes Johann Georg Albrechtsberger. Auch der Komponist und k.k. Hof-Musikalienhändler Anton Diabelli (1781 - 1858) ist hier zur letzten Ruhe gebettet worden. Heute wird der Friedhof und das Grabdenkmal u.a. auch von Touristen besucht und wurde von der Stadt Wien als Sehenswürdigkeit in eine öffentlich zugängliche Parkanlage umgewandelt....

Weitere Informationen zum St. Marxer Friedhof in Wien finden Sie hier....!


Video Wien - St. Marxer Friedhof mit Mozartgrabmal



Sehenswürdigkeiten mit Mozartbezug

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Museum Mozarthaus Vienna


Wenn Sie nun auf den Spuren von Wolfgang Amadeus Mozart in Wien wandeln wollen, dürfen Sie mir hier getrost folgen. Ich stelle Ihnen hier einige der Mozartstätten in der Bundeshauptstadt vor, die man entweder von innen besichtigen kann - z.B. das Mozarthaus in der Domgasse 5 - oder die man nur von außen in Augenschein nehmen kann, weil z.B. eine Gedenktafel auf Mozarts damalige Anwesenheit an diesem Platz hinweist. Lohnend ist ein Besuch in der Domgasse 5, denn hier befindet sich die einzige Wiener Wohnung Mozarts, die bis heute erhalten ist.

Weitere Informationen zum Leben des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart finden Sie hier....!


Quellennachweis:


Das Foto "Zentralfriedhof - Grab auf dem Jüdischen Friedhof - Autor: Invigigoth67" stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz [34 KB] für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Lizenz Creative Commons Attribution ShareAlike 2.5 [254 KB] verfügbar.

1.: Informationen zur Geschichte des Zentralfriedhofs in Wien stammen aus der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 16. Oktober 2015!


Fotos aus Österreich - Zentralfriedhof Wien

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